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Projekt

Stadt, Land, Agglomeration


Die Einwohner von Stadt, Land und Agglomeration haben ganz unterschiedliche Erwartungen, Bedürfnisse und Verhaltensweisen. Zuzügler passen ihre Lebensstile und Mobilitätsmuster in die räumliche und soziale Umwelt ihres Wohnortes ein und verändern dadurch diesen Wohnort.

Die Verstädterung ländlicher Regionen scheint ein Naturgesetz der modernen Gesellschaft zu sein. Die Agglomerationen zwischen Stadt und Land wachsen. Die Lebensmuster der alteigesessenen Bevölkerung wandeln sich und werden urbaner. Zuzügler aus der Stadt lassen sich bewusst auf den ländlich geprägten Lebensraum ein.

Die Ausdehnung urbaner Wohnsiedlungen, der Nutzungswandel des ländlichen Raumes, die Intensivierung der Verkehrsströme zwischen Stadt und Land – diese Phänomene beschreiben das Wachstum der Agglomerationen.

  • Wie verändern diese Phänomene das Leben der Menschen in den Gemeinden, die ehemals von der Landwirtschaft dominiert wurden?
  • Wie wandeln sich die sozialen Beziehungen im Alltag?
  • Was wird aus den kulturellen, religiösen und politischen Orientierungen?
  • Gibt es das noch: das gute alte Landleben?
  • Kann die Unterscheidung zwischen Stadt und Land überhaupt noch zuverlässig getroffen werden?
  • Wie können Politik und Verwaltung diese Veränderungsprozesse aktiv zum Wohl der Bürger gestalten?
Eine Studie untersucht die Lebensstile und Mobilitätsmuster der Bevölkerung in der Wetterau, der ländlichen Region nördlich von Frankfurt am Main. Die Grundlage der Forschung in dieser Modellregion bildet eine Befragung in 67 Ortschaften, darunter sowohl kleine Dörfer als auch stark gewachsene Agglomerationsgemeinden. In umfangreichen Face-to-face Interviews wurden 1359 Haushalte zu den Themen Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Mobilität befragt.

Agglomerationen bilden per Definition den Zwischenraum, der einerseits durch die Stadt und andererseits durch das Land begrenzt ist. Doch es zeigt sich: Die Grenzen verwischen. Der Zwischenraum der Agglomeration wird mehr und mehr zu einer eigenen Sphäre, in der Mentalitäten und Lebensweisen aus Stadt und Land nebeneinander existieren und bisweilen aufeinanderprallen.

Journal-Beitrag in Sociologia Ruralis: Suburbanisation, Mobility and the ‘Good Life in the Country’: A Lifestyle Approach to the Sociology of Urban Sprawl in Germany (pdf)

Journal-Beitrag in Nature+Culture: How to Concretize Research on the Coupling of Ecosystems to Human Activities? From Socioeconomic Indicators to Styles of Living and Acting